Abzocke mit SMS-Chats geht weiter

Zahlreiche Fernsehberichte und auch Pressemeldungen haben bereits vor der professionellen Abzocke mit SMS-Chats gewarnt. Und noch immer sind genügend unseriöse Anbieter "unterwegs". Doch die Verbraucher scheinen unbelehrbar, denn noch immer fallen täglich zig Handynutzer auf die SMS-Chats herein. Bei den Betreiber lässt die bei 1,99 Euro pro SMS weiterhin die Kasse klingeln. Und obwohl in vielen Fällen die Betrugsabsicht offenkundig ist, geht die SMS Abzocke weiter. Nun aber hat Verbraucherministerin Renate Künast (von Bündnis 90 / Die Grüne) angekündigt, sich der Sache anzunehmen.

Besonders dreist gehen die Abzocker vor, die es auch bei Kindern versuchen. Einzelne Betreiber haben sich regelrecht auf SMS-Chats mit den Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Hierbei variieren die Inhalte zwar, doch die Masche ist die gleiche, denn auch hier wird auf betrügerische Art und Weise den Adressaten die Kontaktaufnahme zu anderen Jugendlichen schmackhaft gemacht. Entsprechende Werbespots bei MTV und VIVA sprechen gezielt Minderjährige an, dabei erfolgt bei vielen Anbietern kein Hinweis auf den Preis von 1,99 Euro pro SMS. Mit SMS-Sprüchen wie "Lass mich doch nicht am ausgestreckten Arm verhungern", werden die Jugendlichen und Kinder letztlich sogar auch noch genötigt weiterzumachen. Dabei gilt bei Verträgen, dass diese nur unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Erziehungsberechtigten gültig sind, da sich Kinder und Jugendlich nur im Rahmen ihres Taschengeldes eigenständig handlungsfähig sind. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet ist es für die Eltern immer überlegenswert, ob sie nicht Technik hier bemühen soll, die verhindert, dass derartige Dienste in Anspruch genommen werden.

Auch sind die SMS-Chats allgemein ein Spiel mit Gefühlen, denn es gibt durchaus immer noch Verbraucher, die meinen in einem SMS-Chat die wahre und große Liebe zu finden. Doch persönlicher Kontakt kommt hier natürlich nicht zustande, Verabredungen werden kurz vor dem Termin wieder abgesagt - am liebsten berufsbedingt. Also Vorsicht bei Hebammen, Kinderpflegerinnen und Altenpflegerinnen bzw. dem männlichen Pedant davon.

Die Mobilfunkanbieter wie T-Mobile sehen sich hingegen nicht in der Verantwortung. T-Mobile stelle den Anbieter dieser sogenannten Premium SMS-Dienste nur die 5stellige Kurzwahl zur Verfügung, übernimmt die Rechnungsabwicklung und zeichnet für den Rest den Anbieter verantwortlich. Dies betrifft aus diesem Grund auch die Preisgestaltung und natürlich auch die Inhalte der Dienste und auch die Angebotsform. Anfragen oder Reklamationen zu den Diensten und auch Fragen die Abrechnung betreffend sind daher auch direkt an den jeweiligen Anbieter zu richten durch den Verbraucher.

Dass die Presse aber auch Macht hat zeigt sich am Beispiel des SMS-Dienst STREAMEUROPE. Dieser Dienst wurde nach der Veröffentlichung von einem Spiegel-Bericht zu diesem Thema eingestellt.

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