Fernsehen auf dem Handy - Handy-TV mit DVB-T, DVB-H, UMTS und DMB

Handy TVSeit fast 10 Jahren wird versuchen Mobilfunkanbieter und Fernsehsender einen Durchbruch beim Handy-TV zu erreichen. Allerdings blieb es in den letzten Jahren auch nur bei einem Versuch. Seit kurzem kommen allerdings immer mehr Handymodelle mit Handy-TV auf den Markt. Handys mit Handy-TV könnten zum Beispiel auf Zugfahrten oder beim Warten auf den Bus zum Einsatz kommen. Dabei bestehen einige Möglichkeiten Fernsehen auf dem Handy zu schauen. Mit UMTS, DVB-T, DVB-H und DMB gibt es schon mal 4 Übertragungsmöglichkeiten und ohne sich auszukennen weiß man dann schon mal nicht weiter. Dabei hat die Europäische Kommission in 2007 den ersten Schritt für einen Standart gelegt. Der DVB-H Standart wurde damals als offizieller Standart deklariert. Die anderen Übertragungsarten sind allerdings nicht vom Markt verschwunden. Wo die Unterschiede liegen soll in diesem Artikel erörtert werden.

UMTS - Videos on demand
Mit UMTS besteht die Möglichkeit Fernsehen und Videos on demand zu schauen, was bedeutet dass das gewünschte Video oder die bestimmte Fernsehsendung über das Mobilfunknetz übertragen wird. Dabei ist die Qualität vom Empfand abhängig. Gerade in ländlichen Gebieten kann es per UTMS/HSDPA Übertragung zu Schwierigkeiten kommen und es ist nicht möglich mit voller Geschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit/s zu übertragen.
Die Mobilfunkanbieter T-Mobile und Vodafone bieten Handy-TV per UMTS für um die 5 Euro an. Dafür wird ein Handy mit UMTS benötigt, allerdings verfügen die meisten aktuellen Handymodelle sowohl über UMTS wie auch über HSDPA.

Aktuelle Handys:
Samsung M8800 Pixon

Sony-Ericsson W595

PalmOne Treo Pro

Nokia 5800 XpressMusic

DVB-T - Auch auf dem Handy
Bei der zweiten Übertragungsart werden die Daten nicht über das Mobilfunknetz übertragen, sondern über die Broadcastnetze, die Rundfunknetze. Die Übertragung über DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial), ist leider anfällig für Störungen bei schlechtem Wetter und in Gebäuden. Bei schlechtem Empfang leidet die Bildqualität leider stark und die Bilder sind sehr pixelig. Bei DVB-T Verfahren wird das Signal mit dem MPEG-2 Verfahren komprimiert das Signal und liefert eine gute Bildqualität. Diese Variante des Handy-TVs ist kostenlos, das Rundfunknetz genutzt wird.

Aktuelle Handys:

LG KB770

LG HB620-T




DVB-H - Der offizielle Standart
Der DVB-T (Digital Video Broadcasting-Handhelds) Standart wurde allerdings nicht für das mobile Fernsehen entwickelt. Das DVB-H Verfahren ist speziell für Handys und Smartphones entwickelt worden.
Das DVB-H Verfahren setzt anders als der DVB-T Standart nicht auf MPEG-2 sondern auf das MPEG-4 Kompressionsverfahren. Die MPEG-4 Kompression verfügt über verbesserte Eigenschaften beim Bündeln von Datenpakete und das Time-Slicing-Verfahren senkt den Energieverbrauch, da der Empfänger sich in den Empfangspausen abschaltet.
Eine komplett kostenlose Nutzung des DVB-H Handy-TV ist ausgeschlossen, da es nicht Möglich ist im mobilen TV so Werbung zu zeigen wie im normalen TV. Die kommerzielle Nutzung von DVB-H ist aber nach einem Testbetrieb in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Hannover gescheitert. Für das Konsortium Mobile 3.0, das einen Testbetrieb im Jahr 2008 in 4 Städten durchgeführt hat, gibt es bislang noch keinen Nachfolger für die Verwaltung der Sendelizenzen.

DMB – Bereits abgeschaltet
Das Übertragungsverfahren DMB (Digital Multimedia Broadcasting) basiert auf einem Verfahren das von der Europäischen Union zur Übertragung von Hörfunk entwickelt wurde. Das DMB Übertragungsverfahren ermöglicht Übertragungen von Signalen mit einer sehr hohen Qualität. Es können Daten mit bis zu 1,5 Mbit/s gesendet und dieses Verfahren ist nicht sehr anfällig für Störungen. Seit April 2008 ist das Übertragungsverfahren eingestellt, das sich die Europäische Union für den DVB-H Standart entschieden hat.

WLAN & Co - Handy-TV über Funknetzwerke
Auch kann Fernsehen und Videos über Funknetzwerke wie WLAN,WiMAX oder MBWA empfangen werden. Diese Technik kann in Flughafen, Bahnhöfen und sogar in Zügen zum Einsatz kommen. Allerdings ist diese Möglichkeit noch auf wenige Einsatzorte begrenzt, aber der Ausbau von WLAN-Netzwerken nimmt weiter zu.

Fazit:
Das von der EU-Kommission als Standart definierte DVB-H Übertragungsverfahren kann langfristig nicht kostenlos angeboten werden und es gibt in Deutschland bislang keinen Betreiber. Die DVB-T Variante ist kostenlos und empfängt Fernsehen über das Rundfunknetz, ist allerdings relativ anfällig für Störungen. Die Möglichkeit über HSDPA Handy-TV zu empfangen ist auch eine durchaus attraktive Variante. Zwar ist der Akkuverbrauch bei der Streaming-Variante relativ hoch, aber es gibt sogar kostenlose Alternativen zu den kostenpflichtigen UMTS-Angeboten.

Handy Suche



R-541 I-Phone 120x600 Banner